Amira Gezow an der Max-Hachenburg-Schule

 
   

Als Amira Gezow im Jahre 1937 zum letzten Mal im Gebäude der heutigen Max-Hachenburg-Schule war, lautete ihr Name noch Charlotte Siesel und sie war Schülerin in einer Sonderklasse für jüdische Kinder. In diesen Sonderklassen wurden jüdische Schülerinnen und Schüler seit 1934 von ihren „arischen“ Altersgenossen getrennt unterrichtet.

Am 18.10.2010, also 73 Jahre später, kehrte Amira Gezow an ihre alte Schule zurück. Schülerinnen und Schüler aus der Berufsfachschule Wirtschaft und aus dem Berufskolleg Fremdsprachen hatten die Gelegenheit sie persönlich zu treffen. In einem für alle Zuhörer bewegenden Vortrag berichtete die heute 81-Jährige von ihrer Kindheit im Nationalsozialismus und schilderte das Leid und die Verfolgung, die sie und ihre Familie erdulden mussten. Im anschließenden Gespräch zeigten sich die Schülerinnen und Schüler beeindruckt von den Schilderungen der Zeitzeugin und stellten eine Vielzahl von Fragen, die Amira Gezow bereitwillig beantwortete. Amira Gezow stellte fest, dass es ihr Anliegen sei mit der heutigen Jugend in Deutschland zu sprechen, um die Erinnerung an die Verbrechen im Nationalsozialismus wachzuhalten und die Jugend vor den Folgen menschenverachtender Ideologien zu warnen. Dies ist ihr bei der Veranstaltung an der Max-Hachenburg-Schule in eindrucksvoller Weise gelungen.