| Friedenswoche vom 14.03. bis 18.03.2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Gedichte zum Thema Krieg und Frieden Moderne Legende Als der Abend übers Schlachtfeld wehte Waren die Feinde geschlagen. Klingend die Telegrafendrähte Haben die Kunde hinausgetragen. Da schwoll am einen Ende der Welt Ein Heulen, das am Himmelsgewölbe zerschellt' Ein Schrei, der aus rasenden Mündern quoll Und wahnsinnstrunken zum Himmel schwoll. Tausend Lippen wurden vom Fluchen blass Tausend Hände ballten sich wild im Hass. Und am andern Ende der Welt Ein Jauchzen am Himmelsgewölbe zerschellt' Ein Jubeln, ein Toben, ein Rasen der Lust Ein freies Aufatmen und Recken der Brust. Tausend Lippen wühlten im alten Gebet Tausend Hände falteten fromm sich und stet. In der Nacht noch spät sangen die Telegrafendräht' Von den Toten, die auf dem Schlachtfeld geblieben - - Siehe, da ward es still bei Freunden und Feinden. Nur die Mütter weinten Hüben - und drüben. Bertold Brecht Der Friedensheld Ganz unverhofft, an einem Hügel, Sind sich begegnet Fuchs und Igel. "Halt", rief der Fuchs, "du Bösewicht! Kennst du des Königs Order nicht? Ist nicht der Friede längst verkündigt, Und weißt du nicht, daß jeder sündigt, der immer noch gerüstet geht? - Im Namen seiner Majestät, Geh her und übergib dein Fell!" Der Igel sprach: "Nur nicht so schnell! Laß dir erst deine Zähne brechen, Dann wollen wir uns weiter sprechen." Und alsogleich macht er sich rund, Schließt seinen dichten Stachelbund Und trotzt getrost der ganzen Welt, Bewaffnet, doch als Friedensheld. Wilhelm Busch | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||